Volksbank baut Ärztehaus für Sonsbeck

Ärztehaus Sonsbeck Volksbank Immobilien Niederrhein

Dieter Hackstein (l.) und Guido Lohmann vom Vorstand der Volksbank auf dem Grundstück „Zur Licht“, wo das Ärztehaus entstehen soll. Die Fläche wird im Zuge einer Baumaßnahme in Sonsbeck vorübergehend als Lagerplatz genutzt. Foto: Armin Fischer ( arfi )

Es ist eine Premiere, die der medizinischen Versorgung in Sonsbeck reichlich Schub verleihen soll. Die Volksbank Niederrhein will erstmals als Investor für ein Ärztehaus auftreten und ein entsprechendes Gebäude in der Gemeinde bauen. Das gaben Guido Lohmann und Dieter Hackstein vom Vorstand der Volksbank der Rheinischen Post bekannt. Die ersten Weichen sind bereits gestellt. Auf Nachfrage bestätigte Sonsbecks Bürgermeister Heiko Schmidt die Pläne und erklärte, dass der Rat im nichtöffentlichen Teil seiner Sitzung am Donnerstagabend dem Verkauf eines Grundstücks für das Projekt zugestimmt habe.

„Nach mehreren Gesprächen mit der Gemeinde, in denen es um die schwierige Suche nach Investoren ging, um die Lücke nach dem Kostenpflichtiger Inhalt angekündigten Ärzteweggang des Ehepaares Witkiewiczzu schließen, haben wir uns entschlossen, uns selbst als Investoren anzubieten“, erklärte Voba-Chef Guido Lohmann. Der Bau eines eigenen Gebäudes sei etwas Neues für die Volksbank Niederrhein. „Aber es passt zu einer Genossenschaftsbank, mit so einer Investition die Grundversorgung einer Kommune zu fördern“, betonte Lohmann.

Geplant ist ein zweistöckiger Bau auf dem Grundstück „Zur Licht“. Die rund 3100 Quadratmeter große Fläche befindet sich in einem Mischgebiet. Dort sind also Wohnungsbau und gewerbliche Nutzung gleichermaßen erlaubt. Beides will auch die Volksbank mit ihrem Projekt verwirklichen. „Das Gebäude soll zwei gleichgroße Etagen von jeweils rund 360 Quadratmetern Fläche bekommen“, erläuterte Hackstein. „Oben sollen fünf barrierefreie Wohnungen entstehen, der untere Bereich ist für Gewerbeflächen gedacht.“ Wobei die Gewerbeflächen, so verdeutlichte der Voba-Vorstand, der Gesundheitsversorgung vorbehalten seien. Demnach sei dort zumindest eine Arztpraxis geplant.

„Wenn möglich gerne auch mehr“, wie die Investoren erklärten. Die übrige Fläche könne für weitere Angebote im Bereich der Gesundheitsversorgung genutzt werden, beispielsweise für eine Physiotherapiepraxis oder Apotheke. Ergänzend sollen auf dem Grundstück rund 30 Parkplätze entstehen. Insgesamt will die Voba rund 2,1 Millionen Euro in den Bau investieren. Laufe alles nach Plan, sei die Fertigstellung in einem Jahr denkbar.

Doch die Genossenschaftsbank geht noch einen Schritt weiter: „Das Projekt ist mit dem Versprechen an die Gemeinde verbunden, dass wir auch einen Hausarzt für das Gebäude finden“, so Lohmann. Nach dem positiven Ratsbeschluss wolle der Voba-Vorstand nun sein Netzwerk aktivieren und sich aktiv auf die Suche begeben. Lohmann weiß jedoch auch: „Ein Selbstläufer wird das sicher nicht. Hausärzte stehen nicht gerade Schlange, um sich auf dem Land niederzulassen.“ Die Vorstandsmitglieder sind dennoch überzeugt, fündig zu werden – auch weil die Gemeinde mit einer nun beschlossenen Förderrichtlinie Ärzten einen finanziellen Anreiz schafft, sich in Sonsbeck niederzulassen.